Untersuchung von Urkundenmanipulationen und Fälschungsnachweis
Wissenschaftlicher Nachweis von Löschungen, Radierungen und Ergänzungen auf Urkunden mit modernster Gerätetechnik
Mit bloßem Auge unsichtbare Details: Im obigen Beispiel wird wissenschaftlich nachgewiesen, dass Ziffern, die mit bloßem Auge unauffällig wirken, unter kriminaltechnischen Lichtquellen tatsächlich verfälscht und nachträglich bearbeitet wurden.
Untersuchung von Urkundenmanipulationen und Fälschungsnachweis
Eine Manipulation (Verfälschung) ist die Veränderung des Inhalts einer Urkunde durch Löschen, Radieren, Ergänzen oder chemische Eingriffe am Original. Insbesondere Änderungen an Beträgen auf Schuldscheinen (senet) – etwa wenn aus 3.000 TL 8.000 TL gemacht wird – oder nachträglich in Verträge eingefügte Klauseln werden in unserem Labor mit speziellen Lichtquellen und mikroskopischen Untersuchungen nachgewiesen.
Technologischer Nachweis: Beschädigungen der Papierfasern (Radierung) oder die unterschiedliche Reaktion verschiedener Tinten auf Licht (Ergänzung) werden mit Video-Spektral-Komparatoren (VSC) als „schlüssiger Beweis“ dokumentiert.
- Löschungen und Radierungen Beseitigung von Schrift auf einer Urkunde auf mechanischem (Klinge, Radiergummi) oder chemischem Weg.
- Ergänzungen Veränderung des Inhalts durch nachträgliches Hinzufügen von Ziffern oder Buchstaben zur vorhandenen Schrift.
- Seitenaustausch Analyse, ob bei mehrseitigen Verträgen dazwischenliegende Seiten ausgetauscht wurden.
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Rechtlicher Rahmen und Referenzquellen der Manipulationsuntersuchung
Eine Urkundenmanipulation ist die Veränderung des Inhalts eines Schuldscheins, Vertrags oder amtlichen Dokuments durch Radieren, Löschen, Ergänzen oder chemische Eingriffe. Das türkische Strafgesetzbuch (TCK) sieht für diese Handlungen schwere Sanktionen vor. Ein wissenschaftliches Gutachten zum Manipulationsnachweis kann zu den Akten gereicht werden und wird vom Gericht zusammen mit den übrigen Beweisen gewürdigt.
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Türkisches Strafgesetzbuch (TCK) Art. 204 — Fälschung amtlicher Urkunden
Die Verfälschung einer amtlichen Urkunde durch Radieren, Löschen oder nachträgliche Ergänzungen wird mit Freiheitsstrafe von 2 bis 5 Jahren bestraft. Wird die Tat von einem Amtsträger begangen, erhöht sich die Strafe auf 3 bis 8 Jahre. Nach Art. 210 TCK gelten diese Vorschriften auch für an Order oder auf den Inhaber lautende Wechsel und Schuldscheine.
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Türkisches Strafgesetzbuch (TCK) Art. 210 — Amtlichen Urkunden gleichgestellte Urkunden
Ist Gegenstand der Fälschung einer privaten Urkunde ein an Order oder auf den Inhaber lautendes Wertpapier (Wechsel, Schuldschein), ein Warenpapier, eine Aktie, eine Anleihe oder ein Testament, gelten die Vorschriften über die Fälschung amtlicher Urkunden.
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Strafprozessordnung (CMK) Art. 63 — Bestellung gerichtlicher Sachverständiger
Erfordert die Klärung einer Frage Fachwissen oder besondere technische Kenntnisse, kann das Gericht von Amts wegen oder auf Antrag von Staatsanwalt, Nebenkläger oder seinem Vertreter, Beschuldigtem oder Angeklagtem, Verteidiger oder gesetzlichem Vertreter die Einholung eines Sachverständigengutachtens anordnen.
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Strafprozessordnung (CMK) Art. 67 Abs. 6 — Privatgutachten
Staatsanwalt, Nebenkläger und sein Vertreter, Beschuldigter oder Angeklagter, Verteidiger oder gesetzlicher Vertreter können zum Verfahrensgegenstand, zur Berücksichtigung bei der Erstellung des Gerichtsgutachtens oder zu diesem Gutachten eine wissenschaftliche Stellungnahme eines Sachverständigen einholen.
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Türkische Nationalpolizei — Kriminallabore
Die Abteilung Kriminallabore der türkischen Nationalpolizei führt den Manipulationsnachweis in amtlicher Funktion mit VSC-Geräten und spektralanalytischen Verfahren durch.
Zur Quelle der Polizei -
ENFSI — Europäisches Netzwerk forensischer Institute
Das European Network of Forensic Science Institutes ist der maßgebliche europäische Dachverband der forensischen Wissenschaften und legt die beim Manipulationsnachweis eingesetzte Spektralanalyse- und VSC-Methodik fest.
Zur ENFSI
Häufige Fragen zur Urkundenmanipulation
Was ist eine Urkundenmanipulation (Verfälschung)?
Eine Verfälschung ist die nachträgliche Veränderung von Schrift, Zahlen, Datum oder Unterschrift auf einer echten Urkunde. Sie erfolgt durch Radieren, Schaben, Überschreiben, Ergänzen oder Überkritzeln und soll die rechtliche Wirkung der Urkunde verändern, etwa durch eine zusätzliche Ziffer im Betrag eines Schuldscheins oder ein geändertes Fälligkeitsdatum.
Was ist der Unterschied zwischen Verfälschung und Fälschung?
Bei einer Fälschung wird die Urkunde von Anfang an unecht hergestellt oder die Unterschrift nachgeahmt. Bei einer Verfälschung wird eine echte Urkunde nachträglich verändert. Nach Art. 204 und 207 des türkischen Strafgesetzbuchs gilt auch die täuschende Veränderung einer echten Urkunde als Urkundenfälschung.
Wie wird eine Verfälschung nachgewiesen?
Die Urkunde wird zerstörungsfrei mit Licht unterschiedlicher Wellenlängen (UV/IR), Schräglicht und Digitalmikroskop untersucht. So werden das Verhalten verschiedener Tinten, Schäden an den Papierfasern, radierte oder abgedeckte Einträge und die Schreibreihenfolge sichtbar.
Wird für die Untersuchung das Original benötigt?
Ja, eine verlässliche Untersuchung setzt das Original voraus. Auf Fotokopien oder Scans gehen Tintenunterschiede, Radierspuren und Veränderungen der Papieroberfläche weitgehend verloren. Die Urkunde sollte nicht gefaltet, geheftet oder beschriftet werden.





