
Heute werden zahlreiche Dokumente – von amtlichen Schriftstücken und Verträgen über Schuldscheine (senet) bis hin zu verschiedenen Geschäftsunterlagen – mit Druckern erstellt. Wie der Druck auf einem Dokument entstanden ist, kann jedoch wichtige Informationen für die forensische Urkundenuntersuchung liefern. Insbesondere Laser- und Tintenstrahldrucker arbeiten nach unterschiedlichen Prinzipien und hinterlassen daher unterschiedliche Spuren auf dem Dokument. Diese Unterschiede können eine wichtige Rolle bei der Beurteilung spielen, ob ein Dokument nachträglich verändert wurde, ob auf demselben Dokument unterschiedliche Drucker verwendet wurden, und bei der Bewertung bestimmter Fälschungsversuche.
Was ist ein Laserdrucker?
Laserdrucker arbeiten mit einem elektrofotografischen Verfahren. Bei diesem Funktionsprinzip wirken
- Laserstrahl
- elektrostatische Ladung
- Tonerpartikel
- Wärme- und Drucksystem
zusammen und erzeugen ein hochwertiges Druckbild. Dabei werden feine Pulverpartikel, sogenannter Toner, auf die Papieroberfläche übertragen und mithilfe hoher Temperatur dauerhaft fixiert. So entsteht ein scharfes, klares Druckbild, das auf der Oberfläche aufliegt.
Merkmale von Laserdruckern
Auch aus Sicht der forensischen Urkundenuntersuchung weisen Laserdrucker ein charakteristisches Druckprofil auf:
Was ist ein Tintenstrahldrucker?
Tintenstrahldrucker erzeugen das Druckbild, indem sie flüssige Tinte in sehr kleinen Tröpfchen auf das Papier sprühen. In diesem System wirken drei grundlegende Komponenten zusammen:
Flüssigtintenpatronen
Druckköpfe
Mikroskopische Tröpfchen
Anders als beim Laserdrucker bleibt die Tinte nicht auf der Papieroberfläche, sondern wird direkt von den Papierfasern aufgenommen und dringt in sie ein.
Merkmale von Tintenstrahldruckern
Im Unterschied zum Lasersystem treten Tintenstrahldrucker direkt mit der Papierstruktur in Wechselwirkung. Die Tinte bleibt nicht auf der Oberfläche fixiert, sondern zieht in die Papierfasern ein. Dieser grundlegende Unterschied hinterlässt eine Reihe charakteristischer Spuren im Druckbild, allen voran eine punktförmige Tröpfchenstruktur, leichtes Auslaufen an den Rändern und eine von der Papierqualität abhängige Variabilität. Tintenstrahldrucker, die im Farbdruck hohe Leistung bieten, erzeugen so ein eigenes Druckprofil, das sich bei der forensischen Urkundenuntersuchung vom Laserdruck abgrenzt.
Die wichtigsten Unterschiede zwischen Laser- und
Tintenstrahldruckern
Bedeutung für die forensische Urkundenuntersuchung
In Fällen von Urkundenfälschung können auf demselben Dokument unterschiedliche Drucksysteme verwendet werden. So hinterlassen etwa ein nachträglich in einen Originalvertrag eingefügtes Datum, eine veränderte Zahl oder mit einem anderen Drucker gedruckte Zusatzangaben voneinander abweichende charakteristische Spuren auf dem Dokument. Genau hier werden die Unterschiede zwischen den Druckprofilen von Laser- und Tintenstrahldruckern für den Urkundensachverständigen zu einer entscheidenden Datenquelle. Die Verwendung zweier unterschiedlicher Drucksysteme auf demselben Dokument spielt eine maßgebliche Rolle dabei, sowohl das Vorliegen als auch die Art des Eingriffs nachzuweisen.
Eingesetzte technische Untersuchungsmethoden
Um Unterschiede zwischen Laser- und Tintenstrahldruck festzustellen, werden bei der forensischen Urkundenuntersuchung fortschrittliche technische Systeme eingesetzt. Digitalmikroskope mit hoher Vergrößerung, UV- und IR-Untersuchungssysteme, Schräglichtverfahren, Druckanalysesysteme und fortschrittliche Bildgebungsgeräte wie das Forenscope DocEx sind die wichtigsten Werkzeuge in diesem Prozess. Mit diesen Systemen werden mit bloßem Auge nicht erkennbare Unterschiede in den Druckschichten sowie Toner- und Tintenmerkmale sichtbar gemacht und einer wissenschaftlichen Bewertung zugänglich.
Laser oder Tintenstrahl? Die entscheidenden Details in der forensischen Urkundenuntersuchung
Laser- und Tintenstrahldrucker sind nicht nur unterschiedliche Drucktechnologien, sondern zwei verschiedene Systeme, die technisch voneinander abweichende Spuren auf einem Dokument hinterlassen. Tonerstruktur, Druckmerkmale und die Art der Wechselwirkung mit dem Papier liefern wichtige technische Daten für die forensische Urkundenuntersuchung. Eines der wichtigsten Merkmale von Laserdruckern ist dabei die Tonerstruktur. Toner besteht aus feinen Partikeln mit Kunststoff, Pigmenten und verschiedenen Zusatzstoffen und kann bei mikroskopischer Untersuchung:
- eine erhabene Struktur auf der Oberfläche bilden
- bestimmte Verteilungsmerkmale aufweisen
- an den Druckrändern unterschiedliche Dichten erzeugen
- anders mit den Papierfasern wechselwirken
Werden diese kleinen Unterschiede auf einem Dokument mit den richtigen Methoden und wissenschaftlichen Analysen bewertet, leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Untersuchung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Laser- und Tintenstrahldruckern?
Laserdrucker fixieren feine Pulverpartikel, sogenannten Toner, mit Wärme und Druck auf der Papieroberfläche, während Tintenstrahldrucker flüssige Tinte in mikroskopischen Tröpfchen auf die Papierfasern sprühen, die sie aufnehmen. Dieser grundlegende Unterschied erzeugt voneinander abweichende Druckmerkmale auf dem Dokument.
Warum ist der Unterschied zwischen Laser- und Tintenstrahldruckern für die forensische Urkundenuntersuchung wichtig?
In Fällen von Urkundenfälschung können auf demselben Dokument unterschiedliche Drucksysteme verwendet werden. Ein nachträglich eingefügtes Datum, eine veränderte Zahl oder ergänzte Angaben hinterlassen abweichende Druckmerkmale. Urkundensachverständige können diese Unterschiede feststellen und so Fälschungsversuche aufdecken.
Welche Methoden werden bei der Untersuchung von Druckerzeugnissen eingesetzt?
Bei der forensischen Urkundenuntersuchung kommen Digitalmikroskope mit hoher Vergrößerung, UV- und IR-Untersuchungssysteme, Schräglichtverfahren und fortschrittliche Bildgebungssysteme wie das Forenscope DocEx zum Einsatz. Damit werden mit bloßem Auge nicht erkennbare Unterschiede in den Druckschichten sichtbar.
Warum ist die Tonerstruktur für die forensische Urkundenuntersuchung wichtig?
Toner besteht aus feinen Partikeln mit Kunststoff, Pigmenten und verschiedenen Zusatzstoffen. Bei mikroskopischer Untersuchung kann er eine erhabene Struktur auf der Oberfläche bilden, bestimmte Verteilungsmerkmale aufweisen und anders mit den Papierfasern wechselwirken; deshalb liefert er wichtige technische Befunde für die forensische Untersuchung.
Wie lässt sich erkennen, ob auf einem Dokument unterschiedliche Drucker verwendet wurden?
Bei der Untersuchung bewerten Sachverständige Tonerverteilung, Druckdichte, Randstrukturen, mikroskopische Merkmale und Druckschichten. Ob auf demselben Dokument unterschiedliche Drucksysteme verwendet wurden, lässt sich anhand dieser Parameter wissenschaftlich feststellen.


