Zum Inhalt springen
Blog

Was Laser- und Tintenstrahldrucktechniken für die forensische Urkundenuntersuchung bedeuten

Was Laser- und Tintenstrahldrucktechniken für die forensische Urkundenuntersuchung bedeuten

Heute werden zahlreiche Dokumente – von amtlichen Schriftstücken und Verträgen über Schuldscheine (senet) bis hin zu verschiedenen Geschäftsunterlagen – mit Druckern erstellt. Wie der Druck auf einem Dokument entstanden ist, kann jedoch wichtige Informationen für die forensische Urkundenuntersuchung liefern. Insbesondere Laser- und Tintenstrahldrucker arbeiten nach unterschiedlichen Prinzipien und hinterlassen daher unterschiedliche Spuren auf dem Dokument. Diese Unterschiede können eine wichtige Rolle bei der Beurteilung spielen, ob ein Dokument nachträglich verändert wurde, ob auf demselben Dokument unterschiedliche Drucker verwendet wurden, und bei der Bewertung bestimmter Fälschungsversuche.

Was ist ein Laserdrucker?

Laserdrucker arbeiten mit einem elektrofotografischen Verfahren. Bei diesem Funktionsprinzip wirken

  • Laserstrahl
  • elektrostatische Ladung
  • Tonerpartikel
  • Wärme- und Drucksystem

zusammen und erzeugen ein hochwertiges Druckbild. Dabei werden feine Pulverpartikel, sogenannter Toner, auf die Papieroberfläche übertragen und mithilfe hoher Temperatur dauerhaft fixiert. So entsteht ein scharfes, klares Druckbild, das auf der Oberfläche aufliegt.

Laser- und Tintenstrahldrucker — Drucktechniken 🖨️
Rota Kriminal — Die Druckunterschiede zwischen Laser- (Toner) und Tintenstrahldruckern (Tinte) im Mikrobereich liefern bei der forensischen Urkundenuntersuchung entscheidende technische Daten für den Fälschungsnachweis. (Klicken Sie auf das Bild, um es in voller Größe anzusehen)

Merkmale von Laserdruckern

Auch aus Sicht der forensischen Urkundenuntersuchung weisen Laserdrucker ein charakteristisches Druckprofil auf:

Laserdrucker

Wesentliche Merkmale

🖨️
  • Erzeugt scharfe, klare Zeichen
  • Der Druck wirkt auf der Oberfläche gleichmäßiger
  • Der Toner haftet auf der Papieroberfläche und dringt nicht in die Fasern ein
  • Bietet hohe Druckqualität
  • Eignet sich für hohe Druckvolumen

Was ist ein Tintenstrahldrucker?

Tintenstrahldrucker erzeugen das Druckbild, indem sie flüssige Tinte in sehr kleinen Tröpfchen auf das Papier sprühen. In diesem System wirken drei grundlegende Komponenten zusammen:

🖋️

Flüssigtintenpatronen

💧

Druckköpfe

🔬

Mikroskopische Tröpfchen

Anders als beim Laserdrucker bleibt die Tinte nicht auf der Papieroberfläche, sondern wird direkt von den Papierfasern aufgenommen und dringt in sie ein.

Merkmale von Tintenstrahldruckern

Im Unterschied zum Lasersystem treten Tintenstrahldrucker direkt mit der Papierstruktur in Wechselwirkung. Die Tinte bleibt nicht auf der Oberfläche fixiert, sondern zieht in die Papierfasern ein. Dieser grundlegende Unterschied hinterlässt eine Reihe charakteristischer Spuren im Druckbild, allen voran eine punktförmige Tröpfchenstruktur, leichtes Auslaufen an den Rändern und eine von der Papierqualität abhängige Variabilität. Tintenstrahldrucker, die im Farbdruck hohe Leistung bieten, erzeugen so ein eigenes Druckprofil, das sich bei der forensischen Urkundenuntersuchung vom Laserdruck abgrenzt.

Tintenstrahldrucker

Wesentliche Merkmale

💧
▸ Die Tinte dringt in die Papierfasern ein
▸ Eine punktförmige Tröpfchenstruktur kann entstehen
▸ An den Druckrändern kann Auslaufen auftreten
▸ Bietet hohe Leistung im Farbdruck
▸ Kann stärker von der Papierstruktur beeinflusst werden

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Laser- und
Tintenstrahldruckern

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Laser- und Tintenstrahldruckern

🖨️
Merkmal Laserdrucker Tintenstrahldrucker
Drucksystem Toner + Wärme Flüssige Tinte
Druckstruktur Oberflächlich Dringt in die Fasern ein
Erscheinungsbild Scharf und klar Tröpfchenstruktur kann sichtbar sein
Druckrand Gleichmäßiger Leichtes Auslaufen möglich
Hauptmaterial Toner Tinte

Bedeutung für die forensische Urkundenuntersuchung

In Fällen von Urkundenfälschung können auf demselben Dokument unterschiedliche Drucksysteme verwendet werden. So hinterlassen etwa ein nachträglich in einen Originalvertrag eingefügtes Datum, eine veränderte Zahl oder mit einem anderen Drucker gedruckte Zusatzangaben voneinander abweichende charakteristische Spuren auf dem Dokument. Genau hier werden die Unterschiede zwischen den Druckprofilen von Laser- und Tintenstrahldruckern für den Urkundensachverständigen zu einer entscheidenden Datenquelle. Die Verwendung zweier unterschiedlicher Drucksysteme auf demselben Dokument spielt eine maßgebliche Rolle dabei, sowohl das Vorliegen als auch die Art des Eingriffs nachzuweisen.

Forensische Untersuchung

Worauf achtet der Sachverständige beim Fälschungsnachweis?

🔍

Anzeichen einer Fälschung

▸ Nachträglich eingefügtes Datum
▸ Veränderte Zahlen
▸ Eingefügte Namen oder Angaben
▸ Eingriffe mit einem anderen Drucker

Untersuchte Parameter

▸ Tonerverteilung
▸ Druckdichte
▸ Randstrukturen
▸ Mikroskopische Merkmale
▸ Druckschichten

Eingesetzte technische Untersuchungsmethoden

Um Unterschiede zwischen Laser- und Tintenstrahldruck festzustellen, werden bei der forensischen Urkundenuntersuchung fortschrittliche technische Systeme eingesetzt. Digitalmikroskope mit hoher Vergrößerung, UV- und IR-Untersuchungssysteme, Schräglichtverfahren, Druckanalysesysteme und fortschrittliche Bildgebungsgeräte wie das Forenscope DocEx sind die wichtigsten Werkzeuge in diesem Prozess. Mit diesen Systemen werden mit bloßem Auge nicht erkennbare Unterschiede in den Druckschichten sowie Toner- und Tintenmerkmale sichtbar gemacht und einer wissenschaftlichen Bewertung zugänglich.

Labor

Technische Untersuchungsmethoden

🔬
🔭

Digitalmikroskop

Toner- und Tintenstruktur werden mit hochvergrößernder Bildgebung analysiert

💡

UV- und IR-Systeme

Druckschichten und Tintenunterschiede werden bei unterschiedlichen Wellenlängen sichtbar

🔦

Schräglichtverfahren

Randstrukturen des Drucks und Oberflächenmerkmale werden unter Schräglicht untersucht

⚙️

Forenscope DocEx

Ein fortschrittliches Bildgebungssystem macht mit dem Auge nicht erkennbare Details wissenschaftlich sichtbar

Laser oder Tintenstrahl? Die entscheidenden Details in der forensischen Urkundenuntersuchung

Laser- und Tintenstrahldrucker sind nicht nur unterschiedliche Drucktechnologien, sondern zwei verschiedene Systeme, die technisch voneinander abweichende Spuren auf einem Dokument hinterlassen. Tonerstruktur, Druckmerkmale und die Art der Wechselwirkung mit dem Papier liefern wichtige technische Daten für die forensische Urkundenuntersuchung. Eines der wichtigsten Merkmale von Laserdruckern ist dabei die Tonerstruktur. Toner besteht aus feinen Partikeln mit Kunststoff, Pigmenten und verschiedenen Zusatzstoffen und kann bei mikroskopischer Untersuchung:

  • eine erhabene Struktur auf der Oberfläche bilden
  • bestimmte Verteilungsmerkmale aufweisen
  • an den Druckrändern unterschiedliche Dichten erzeugen
  • anders mit den Papierfasern wechselwirken

Werden diese kleinen Unterschiede auf einem Dokument mit den richtigen Methoden und wissenschaftlichen Analysen bewertet, leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Untersuchung.

Forensische Urkundenuntersuchung

Vermuten Sie, dass auf Ihrem Dokument unterschiedliche Drucker verwendet wurden?

Beauftragen Sie eine Untersuchung durch einen Sachverständigen, um festzustellen, ob auf demselben Dokument unterschiedliche Drucksysteme verwendet wurden, um Fälschungsversuche aufzudecken und die Unversehrtheit des Dokuments zu überprüfen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Laser- und Tintenstrahldruckern?

Laserdrucker fixieren feine Pulverpartikel, sogenannten Toner, mit Wärme und Druck auf der Papieroberfläche, während Tintenstrahldrucker flüssige Tinte in mikroskopischen Tröpfchen auf die Papierfasern sprühen, die sie aufnehmen. Dieser grundlegende Unterschied erzeugt voneinander abweichende Druckmerkmale auf dem Dokument.

Warum ist der Unterschied zwischen Laser- und Tintenstrahldruckern für die forensische Urkundenuntersuchung wichtig?

In Fällen von Urkundenfälschung können auf demselben Dokument unterschiedliche Drucksysteme verwendet werden. Ein nachträglich eingefügtes Datum, eine veränderte Zahl oder ergänzte Angaben hinterlassen abweichende Druckmerkmale. Urkundensachverständige können diese Unterschiede feststellen und so Fälschungsversuche aufdecken.

Welche Methoden werden bei der Untersuchung von Druckerzeugnissen eingesetzt?

Bei der forensischen Urkundenuntersuchung kommen Digitalmikroskope mit hoher Vergrößerung, UV- und IR-Untersuchungssysteme, Schräglichtverfahren und fortschrittliche Bildgebungssysteme wie das Forenscope DocEx zum Einsatz. Damit werden mit bloßem Auge nicht erkennbare Unterschiede in den Druckschichten sichtbar.

Warum ist die Tonerstruktur für die forensische Urkundenuntersuchung wichtig?

Toner besteht aus feinen Partikeln mit Kunststoff, Pigmenten und verschiedenen Zusatzstoffen. Bei mikroskopischer Untersuchung kann er eine erhabene Struktur auf der Oberfläche bilden, bestimmte Verteilungsmerkmale aufweisen und anders mit den Papierfasern wechselwirken; deshalb liefert er wichtige technische Befunde für die forensische Untersuchung.

Wie lässt sich erkennen, ob auf einem Dokument unterschiedliche Drucker verwendet wurden?

Bei der Untersuchung bewerten Sachverständige Tonerverteilung, Druckdichte, Randstrukturen, mikroskopische Merkmale und Druckschichten. Ob auf demselben Dokument unterschiedliche Drucksysteme verwendet wurden, lässt sich anhand dieser Parameter wissenschaftlich feststellen.