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Gefälschten Scheck aus der Türkei erkennen

Gefälschten Scheck aus der Türkei erkennen

Ein Geschäftspartner übergibt Ihnen einen vordatierten türkischen Scheck, oder per Indossament erreicht Sie der Scheck einer Firma, mit der Sie nie zu tun hatten. Die meisten fragen sich in diesem Moment nur eines: Ist er gedeckt? Es gibt eine schlimmere Möglichkeit. Das Scheckformular selbst, die Unterschrift darauf oder der eingetragene Betrag könnten gefälscht sein. Einen gefälschten Scheck aus der Türkei erkennt man nicht an einem einzigen Merkmal; geprüft werden die aufgedruckten Angaben, der QR-Code, das Betragsfeld und die Unterschrift jeweils für sich.

Dieser Beitrag erläutert die Prüfungen, die Sie bei der Annahme eines Schecks selbst vornehmen können, was die QR-Code-Abfrage zeigt und was nicht, und wie Sie mit einem verdächtigen Scheck umgehen. Grundlage sind das türkische Handelsgesetzbuch (Türk Ticaret Kanunu, “TTK”), das Scheckgesetz (Çek Kanunu) und das türkische Strafgesetzbuch (Türk Ceza Kanunu, “TCK”). Die rechtlichen Schritte gehören in die Hände eines türkischen Rechtsanwalts; unser Fachgebiet ist die forensische Untersuchung der Urkunde.

Kurz gefasst

  • Ein ungedeckter Scheck (karşılıksız çek) ist echt, nur fehlt die Deckung. Bei einem gefälschten Scheck ist das Formular, die Unterschrift, der Betrag oder ein Indossament unecht.
  • Jedes türkische Scheckformular muss Kontonummer, Filiale, Name des Kontoinhabers, Steuernummer, Druckdatum, Seriennummer und einen QR-Code tragen.
  • Der QR-Code wird mit der App Findeks Mobil gelesen; ein gewöhnlicher QR-Scanner zeigt die Scheckdaten nicht an.
  • Der QR-Code identifiziert das Formular, zeigt aber keine gefälschte Unterschrift und keinen veränderten Betrag auf einem echten Formular.
  • Scheckfälschung wird nach den Vorschriften über die Fälschung öffentlicher Urkunden mit zwei bis fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet.
  • Die Gesetzesangaben entsprechen der am 16. Oktober 2026 geltenden Fassung.

Was unterscheidet einen gefälschten von einem ungedeckten Scheck?

Beim ungedeckten Scheck ist die Urkunde echt, das Problem liegt beim Konto. Der Aussteller hat sein eigenes Formular unterschrieben, doch bei Vorlage reicht das Guthaben nicht aus. Die Sanktion steht in Artikel 5 des Scheckgesetzes: auf Antrag des Inhabers eine gerichtliche Geldstrafe und ein Verbot, Schecks auszustellen2.

Beim gefälschten Scheck ist die Urkunde selbst oder eine Erklärung darauf unecht. Da der Scheck ein an Order lautendes Wertpapier ist, gelten nach TCK 210/1 die Vorschriften über die Fälschung öffentlicher Urkunden; TCK 204/1 sieht zwei bis fünf Jahre Freiheitsstrafe für jeden vor, der eine öffentliche Urkunde fälscht, eine echte zur Täuschung verändert oder eine gefälschte gebraucht3.

Die Unterscheidung hat auch eine Seite für die Bank. Nach TTK 812 trägt die bezogene Bank den Schaden aus der Einlösung eines gefälschten oder verfälschten Schecks, es sei denn, dem als Aussteller Genannten fällt ein Verschulden zur Last, etwa weil er das Scheckheft nicht sorgfältig aufbewahrt hat1.

Wie werden gefälschte Schecks hergestellt?

Ein gefälschter Scheck tritt in einer von vier Formen auf. Manchmal finden sich zwei davon auf demselben Scheck.

  • Nachgedrucktes Formular. Ein Formular, das die Bank nie gedruckt hat und das einen echten Scheck nachahmt. Es entsteht auf einem Drucker oder mit einem einfachen Druckverfahren; Untergrundmuster, Schrift und Papier weichen vom Original ab.
  • Gefälschte Unterschrift auf echtem Formular. Ein Blatt aus einem gestohlenen oder verlorenen Scheckheft wird ausgefüllt und die Unterschrift des Kontoinhabers nachgeahmt. Formular, Seriennummer und QR-Code sind echt.
  • Veränderter Betrag oder Datum. Auf einem echten Scheck wird der Betrag erhöht oder das Ausstellungsdatum geändert. Radieren, chemisches Löschen und hinzugefügte Ziffern sind die üblichen Methoden.
  • Gefälschtes Indossament. Der Scheck ist echt, aber eines der Indossamente auf der Rückseite stammt nicht von der genannten Person. Meist dort, wo der Scheck irgendwo in der Kette abhandengekommen ist.

Die erste Form lässt sich bei der Annahme oft erkennen. Bei den drei anderen ist das Formular echt, eine Sichtprüfung reicht daher womöglich nicht aus; hier beginnt die Arbeit der Unterschriften- und Tintenuntersuchung.

Worauf sollte ich bei der Annahme eines türkischen Schecks achten?

Zuerst darauf, ob alles Vorgeschriebene auf dem Formular steht. TTK 780 zählt die Bestandteile eines Schecks auf: das Wort “çek” im Text, die unbedingte Anweisung zur Zahlung einer bestimmten Summe, die Firma der bezogenen Bank, den Zahlungsort, Tag und Ort der Ausstellung, die Unterschrift des Ausstellers, die von der Bank vergebene Seriennummer und den QR-Code1.

Artikel 2 des Scheckgesetzes regelt, was die Bank auf jedes Formular drucken muss: Kontonummer, Name der Filiale, Name oder Firma des Kontoinhabers, Steuernummer, Druckdatum, bei natürlichen Personen die türkische Identitätsnummer und bei Gesellschaften, soweit vorhanden, die MERSIS-Handelsregisternummer. Sind Kontoinhaber und Unterzeichner verschiedene Personen, kommt die Identitätsnummer des Unterzeichners hinzu2. Scheckhefte werden von Banken gedruckt; ein privat gedrucktes türkisches Scheckheft gibt es nicht.

Prüfliste bei der Annahme eines Schecks
PrüfstelleWarnsignal
Aufgedruckte AngabenKontonummer, Filiale, Steuernummer oder Druckdatum fehlen
DruckdatumDas Formular wurde nach dem eingetragenen Ausstellungsdatum gedruckt
QR-CodeFindeks Mobil kann ihn nicht lesen, oder der angezeigte Kontoinhaber passt nicht zum Namen auf dem Formular
Druck und PapierVerschwommenes Untergrundmuster, ausgefranste Schriftränder, Papier anders als bei einem anderen Scheck derselben Bank
BetragsfeldZiffern und Worte stimmen nicht überein, gedrängte Ziffern, zwei Tintentöne
PapieroberflächeGegen das Licht wirkt eine Stelle dünner, rauer oder anders glänzend
Unterschrift und IndossamenteFür eine Firma unterschrieben, aber der Name des Unterzeichners fehlt; Lücken in der Indossamentenkette

Eine auffällige Zeile beweist noch keine Fälschung. Sind aber zwei oder mehr Zeilen gleichzeitig auffällig, sollten Sie innehalten und nachfragen, bevor Sie den Scheck annehmen.

Erkennt die QR-Code-Abfrage einen gefälschten Scheck?

Teilweise. Eine Änderung von TTK 780 aus dem Jahr 2016 machte den QR-Code zum Pflichtbestandteil jedes Schecks; das Lesesystem hat das Risikozentrum des türkischen Bankenverbands eingerichtet1. Abgefragt wird mit Findeks Mobil, der App der türkischen Kreditauskunftei KKB; der normale QR-Scanner des Telefons zeigt die Scheckdaten nicht an. Die kostenlose Findeks-Abfrage zeigt, ob gegen den Aussteller ein Scheckverbot, ein Konkursbeschluss oder für dieses Formular eine einstweilige Verfügung eingetragen ist; der kostenpflichtige Bericht nennt zusätzlich die Bank, die Zahlungshistorie des Ausstellers und die Zahl offener Schecks4. Ohne eigenes Findeks-Konto kann Ihr türkischer Anwalt oder Geschäftspartner die Abfrage durchführen.

Bei einem nachgedruckten Formular lässt sich der QR-Code entweder gar nicht lesen oder er verweist auf ein anderes Konto. Stimmen die abgerufenen Daten nicht mit Name und Steuernummer des Kontoinhabers auf dem Formular überein, ist das ein ernstes Warnsignal. Hier liegt auch die Grenze: Der QR-Code kennt das Formular, nicht das, was darauf geschrieben wurde. Ein echtes Blatt aus einem gestohlenen Scheckheft wird problemlos gelesen; eine gefälschte Unterschrift oder ein erhöhter Betrag erscheint in dieser Abfrage nicht.

Artikel 3/10 des Scheckgesetzes verpflichtet zudem den Begünstigten eines Schecks mit QR-Code, den erhaltenen Scheck in diesem System zu registrieren2.

Wie erkenne ich einen veränderten Betrag oder ein geändertes Datum?

Vergleichen Sie zuerst die beiden Angaben im Betragsfeld. Ist die Summe in Worten und Ziffern angegeben und weichen beide voneinander ab, gilt der in Worten geschriebene Betrag (TTK 676, über TTK 818 auf Schecks anwendbar). Das wissen auch Fälscher und ändern deshalb oft beides: Vor die Ziffer kommt eine Stelle, ans Ende des Wortbetrags etwa “yüz bin” (hunderttausend).

Der hinzugefügte Teil wirkt meist gedrängt, sitzt leicht neben der Linie oder hat einen anderen Tintenton. Wo radiert wurde, wird das Papier dünner, sein Glanz verändert sich im Gegenlicht und der Sicherheitsuntergrund der Bank verblasst an dieser Stelle. Chemisches Löschen kann Flecken oder aufgehellte Stellen hinterlassen; manches davon wird erst unter UV-Licht sichtbar.

Der Nachweis der Veränderung hat rechtliche Folgen. Nach TTK 748 haften bei einem Wertpapier mit verändertem Text diejenigen, die nach der Änderung unterschrieben haben, nach dem neuen Text, die vorher Unterzeichnenden nach dem ursprünglichen. Ein Aussteller, dessen Scheck über 50.000 TL auf 150.000 TL erhöht wurde, haftet also nach Nachweis der Verfälschung nur für den Betrag, den er tatsächlich eingetragen hat. In unserem Labor untersuchen wir Tintenunterschiede, Löschungen und Radierungen mit einem Forenscope DocEx, Digitalmikroskopen, Streiflicht und UV/IR-Quellen; das Verfahren beschreibt die Seite Untersuchung von Urkundenmanipulation.

Woran erkennt man eine gefälschte Unterschrift auf einem Scheck?

Mit bloßem Auge nicht mit Sicherheit. In der Hand eines geübten Fälschers sieht eine nachgeahmte Unterschrift der echten sehr ähnlich; der Unterschied liegt darin, wie der Strich gezogen wurde. Unter dem Digitalmikroskop zeigen gefälschte Unterschriften häufig Zittern, unerwartete Stockungen, Absetzstellen, an denen der Stift angehoben und neu angesetzt wurde, und insgesamt ein langsames Schreibtempo. Bewertet werden diese Befunde im Vergleich mit echten Unterschriften der Person aus demselben Zeitraum.

Das wertvollste Vergleichsmaterial sind Unterschriften, die zeitnah zum Scheckdatum bei Behörden und Institutionen geleistet wurden: die Unterschriftenkarte der Bank, notarielle Urkunden und bei Gesellschaften der Unterschriftennachweis (imza sirküleri). Welche Unterlagen sich eignen und wie die Untersuchung abläuft, beschreibt die Seite Unterschriftenprüfung.

Wichtig ist auch, was eine gefälschte Unterschrift für den übrigen Scheck bedeutet. TTK 677 bestimmt, dass gefälschte oder nicht bindende Unterschriften auf einem Wechsel die Gültigkeit der übrigen Unterschriften nicht berühren, und TTK 818 überträgt dies auf den Scheck. Selbst wenn die Ausstellerunterschrift gefälscht ist, können diejenigen haften, die den Scheck tatsächlich indossiert haben; dasselbe gilt beim gefälschten Indossament.

Was tun mit einem Scheck, den ich für gefälscht halte?

Sichern Sie zuerst das Original. Untersucht wird die Originalurkunde, und jeder Eingriff am Papier hinterlässt Spuren:

  • Den Scheck nicht falten, nicht heften, kein Klebeband und keine Haftnotizen aufbringen.
  • Beide Seiten in Farbe und hoher Auflösung scannen.
  • Keine Notizen, Paraphen oder Markierungen darauf schreiben.
  • Schriftlich festhalten, von wem, an welchem Tag und für welches Geschäft Sie den Scheck erhalten haben.
  • Weitere Schecks, Rechnungen oder Verträge desselben Ausstellers aufbewahren; sie dienen dem Vergleich.

Fälschung ist eine eigene Straftat; Strafanzeige kann bei der türkischen Oberstaatsanwaltschaft (Cumhuriyet başsavcılığı) erstattet werden. Sind Sie nicht Inhaber, sondern als Aussteller genannt und wurde gegen Sie die Vollstreckung eingeleitet, ist die Frist sehr kurz: Bei der Vollstreckung aus einem Wertpapier muss der Widerspruch gegen die Unterschrift innerhalb von fünf Tagen nach Zustellung des Zahlungsbefehls beim Vollstreckungsgericht eingehen. Frist und Kosten des Widerspruchs erläutert der Beitrag Unterschrift auf türkischem Schuldschein gefälscht.

Welcher Weg in welcher Reihenfolge sinnvoll ist, entscheiden Sie mit Ihrem türkischen Anwalt. Eine forensische Untersuchung des Schecks gibt Strafanzeige und Widerspruch eine konkrete Grundlage; ein Privatgutachten kann im Zivilverfahren nach HMK 293 und im Strafverfahren nach CMK 67 eingereicht werden. Ähnliche Methoden bei Schuldscheinen haben wir im Beitrag gefälschten Schuldschein erkennen zusammengestellt.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Die Gesetzesangaben entsprechen dem türkischen Handelsgesetzbuch, Scheckgesetz und Strafgesetzbuch in der am 16. Oktober 2026 geltenden Fassung; der Umfang der QR-Code-Abfrage entspricht den an diesem Tag von Findeks veröffentlichten Angaben.

Zweifel an einem türkischen Scheck?

Senden Sie uns einen Scan beider Seiten. Wir prüfen Unterschrift, Betragsfeld und Druck und erstellen ein Gutachten, das Ihr türkischer Anwalt einreichen kann.

Manipulationsprüfung Privatgutachten anfragen +90 505 215 71 10

Istanbul · Ankara · Adana

Quellen

  1. Türkisches Handelsgesetzbuch Nr. 6102 (TTK), Art. 676, 677, 748, 780, 812, 818. mevzuat.gov.tr
  2. Scheckgesetz Nr. 5941 (Çek Kanunu), Art. 2, 3, 5. mevzuat.gov.tr
  3. Türkisches Strafgesetzbuch Nr. 5237 (TCK), Art. 204, 210. mevzuat.gov.tr
  4. Findeks, Karekodlu Çek Raporu (Bericht zum Scheck mit QR-Code). findeks.com

Häufige Fragen

Beweist der QR-Code, dass ein türkischer Scheck echt ist?

Nein. Die Abfrage zeigt, zu welchem Konto das Formular gehört und ob gegen den Aussteller ein Scheckverbot, ein Konkursbeschluss oder eine einstweilige Verfügung eingetragen ist. Eine gefälschte Unterschrift oder einen veränderten Betrag auf einem echten Formular zeigt sie nicht.

Welche Strafe droht für Scheckfälschung in der Türkei?

Der Scheck ist ein an Order lautendes Wertpapier, daher gelten nach TCK 210/1 die Vorschriften über die Fälschung öffentlicher Urkunden. TCK 204/1 sieht zwei bis fünf Jahre Freiheitsstrafe vor; auch wer einen gefälschten Scheck wissentlich gebraucht, fällt darunter.

Haftet die Bank, wenn sie einen gefälschten Scheck einlöst?

Nach TTK 812 trägt die bezogene Bank den Schaden aus der Einlösung eines gefälschten oder verfälschten Schecks. Anders kann es sein, wenn dem als Aussteller Genannten ein Verschulden zur Last fällt, etwa die nachlässige Aufbewahrung des Scheckhefts.

Lässt sich eine Fälschung anhand einer Kopie erkennen?

Ein farbiger Scan in hoher Auflösung erlaubt eine erste Einschätzung. Radierungen, Papieroberfläche, Tintenunterschiede und Schreibdruck lassen sich nur am Original untersuchen; ein belastbares Ergebnis entsteht daher am Originalscheck.