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Handschriftmerkmale nach Ländern und forensische Urkundenuntersuchung

Handschriftmerkmale nach Ländern und forensische Urkundenuntersuchung

Die Handschrift ist eine einzigartige Gewohnheit mit charakteristischen Merkmalen, die jedem Menschen eigen sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Schriften von Menschen, die im selben Land aufgewachsen sind, keinerlei Gemeinsamkeiten aufweisen. Der Schreibunterricht in der Kindheit, das verwendete Alphabet, der Lehrplan und kulturelle Schreibgewohnheiten spielen bei der Entwicklung der Handschrift eine wichtige Rolle.

Lassen sich also in den Handschriften von Menschen, die im selben Land zur Schule gegangen sind, gemeinsame Merkmale erkennen? Wie wird dies in der forensischen Urkundenuntersuchung bewertet? Die Antwort entscheidet darüber, welcher Befund bei einem Handschriftenvergleich Beweiswert hat und welcher lediglich eine unterstützende Information ist.

Die grundlegende Unterscheidung in der forensischen Urkundenuntersuchung
Ein durch die Schule erworbenes „Klassenmerkmal“ ist nicht dasselbe wie ein „individuelles Merkmal“ der Person

Nicht jede Ähnlichkeit in einer Schrift ist ein Identitätsmerkmal. Der Sachverständige ordnet die Schriftmerkmale in zwei getrennte Spalten ein und stützt sein Ergebnis stets auf die rechte Spalte.

Merkmal Klassenmerkmal (durch die Schule erworben) Individuelles Merkmal (gehört zur Person)
Buchstabenmodell Die im Lehrplan vermittelte Standardvorlage (aufrechte Druckschrift oder schräge Schreibschrift) Die eigenen Anfangs- und Endstriche des Buchstabens, persönliche Vereinfachungen
Verbindungen Die von der Lehrmethode vorgesehene allgemeine Verbindungsgewohnheit Wo genau der Stift abgesetzt wird, Winkel und Höhe der Verbindungen
Schriftlage Die durch den gelernten Schreibstil vorgegebene allgemeine Neigungsrichtung Die natürliche Schwankungsbreite der Schriftlage im gesamten Text
Schreibdruck Der Unterricht hat nahezu keinen Einfluss Vollständig individuell; eines der ersten Merkmale, die bei einem Nachahmungsversuch zusammenbrechen
Rhythmus und Geschwindigkeit Nur begrenzter Einfluss Die Flüssigkeit automatisierter Bewegungen; personenspezifisch und unbewusst

Die linke Spalte lässt erkennen, welchen Schreibunterricht die Person durchlaufen haben könnte. Die rechte Spalte ist die Grundlage der Identifizierung und wird nur mit einer ausreichenden Zahl von Vergleichsschriften und innerhalb eines festgelegten Untersuchungsablaufs bewertet.

Welche Faktoren beeinflussen die Handschrift?

Die Handschrift entsteht nicht allein aus den biomechanischen Bewegungen eines Menschen. Zahlreiche äußere und individuelle Faktoren wirken auf die Ausprägung der Schrift ein.

Dazu gehören unter anderem:

  • der Schreibunterricht in der Grundschule,
  • das verwendete Alphabet,
  • die Methode des Schreibunterrichts,
  • die Stifthaltung,
  • kulturelle Schreibgewohnheiten,
  • der Beruf,
  • das Alter,
  • der Gesundheitszustand,
  • die Schreibhäufigkeit

– um nur einige zu nennen.

Deshalb lassen sich in den Schriften von Menschen, die im selben Land aufgewachsen sind, bestimmte gemeinsame Tendenzen beobachten. Zu unterscheiden, welche dieser Tendenzen aus dem Unterricht und welche aus den eigenen Gewohnheiten der Person stammen, ist unmittelbar Aufgabe des Schrift- und Urkundensachverständigen.

Wie schnell verändern diese Faktoren die Handschrift?
Entscheidend für die Untersuchung ist nicht der Faktor selbst, sondern die Geschwindigkeit der Veränderung
LEBENS
LANG
Dauerhafte Grundlage – verändert sich kaum
Schreibunterricht in der Grundschule, verwendetes Alphabet und Lehrmethode. Selbst wenn eine Person ihre Schrift über die Jahre vereinfacht, verschwindet die Spur des erlernten Buchstabenmodells nicht. Die gemeinsamen Tendenzen einer Schrift stammen größtenteils aus dieser Schicht.
ÜBER
JAHRE
Langsam sich verschiebende Schicht
Alter, Beruf, Schreibhäufigkeit und Stifthaltung. Diese Faktoren verändern die Schrift leise, aber stetig. Deshalb sollten die zum Vergleich herangezogenen Vergleichsschriften möglichst aus demselben Zeitraum stammen wie das untersuchte Dokument.
AKUTE
WIRKUNG
Schicht, die schlagartig einsetzt
Gesundheitszustand, Medikamente, Müdigkeit, Alkohol oder eine Schreibposition, in der die Hand nicht abgestützt werden kann. Diese Faktoren können die Schrift innerhalb von Tagen oder sogar Stunden verändern. Im Untersuchungsablauf wird gesondert geprüft, ob solche Umstände vorlagen; andernfalls könnte eine natürliche Verschlechterung den Eindruck einer Fälschung erwecken.

Der Einfluss des Schreibunterrichts in der Grundschule

Die Grundlagen der Handschrift eines Menschen werden in der Regel in den Grundschuljahren gelegt.

Den Schülern wird nach festen Regeln beigebracht, wie Buchstaben gebildet werden, wo sie beginnen, wie Buchstaben verbunden werden und wie das Schriftbild insgesamt angeordnet wird.

Jedes Land – mitunter sogar unterschiedliche Lehrpläne zu verschiedenen Zeiten innerhalb desselben Landes – kann die Schreibgewohnheiten beeinflussen.

In der Türkei wurde beispielsweise viele Jahre lang eine aufrechte Druckschrift gelehrt; später wurde eine schräge verbundene Schreibschrift eingeführt, danach kehrte man wieder zur aufrechten Grundschrift zurück. Deshalb können in den Handschriften von Menschen unterschiedlicher Altersgruppen deutliche, durch das Bildungssystem bedingte Unterschiede auftreten.

Phasen des Schreibunterrichts in der Türkei und ihre Spuren je Generation
Im selben Land kann schon ein anderes Geburtsjahr eine andere Grundlage in der Schrift hinterlassen
Phase der aufrechten Grundschrift
Viele Jahre lang – bis Mitte der 2000er-Jahre
Die Buchstaben werden einzeln, aufrecht und unabhängig voneinander geschrieben. Personen mit dieser Grundlage setzen den Stift naturgemäß häufiger ab; das Verbinden von Buchstaben ist keine feste Gewohnheit.
Phase der schrägen Schreibschrift
Mitte der 2000er- bis Ende der 2010er-Jahre
Im Vordergrund steht das verbundene, nach rechts geneigte und flüssige Schreiben. Personen mit dieser Grundlage zeigen eine durchgehende Stiftführung, Verbindungsbögen und eine ausgeprägte Neigungstendenz.
Phase der flexiblen Praxis
Ende der 2010er-Jahre bis heute
Die Rückkehr zur aufrechten Grundschrift hat an Gewicht gewonnen, die Praxis unterscheidet sich jedoch von Schule zu Schule und von Lehrkraft zu Lehrkraft. In dieser Generation sind Mischstile und Schriften, die beide Systeme kombinieren, häufig.
Wozu dient diese Information bei der Untersuchung?

Ob eine Schrift verbunden oder unverbunden ist, ist oft nicht die Wahl der Person, sondern das Ergebnis ihres Unterrichts. Der Sachverständige verwendet dies nicht als Identitätsmerkmal, sondern als unterstützende Information, um zu verstehen, auf welcher Grundlage die Schrift beruht. Die Identitätsbewertung erfolgt weiterhin anhand personenspezifischer Merkmale und geeigneter Vergleichsschriften.

Die Zeiträume geben einen allgemeinen Trend wieder; die Umsetzung der Lehrpläne kann je nach Schule und Lehrkraft variieren.

Schreibgewohnheiten nach Ländern

In der forensischen Urkundenuntersuchung gibt es kein festes Konzept einer „Landesschrift“. Aufgrund unterschiedlicher Bildungssysteme lassen sich jedoch einige gemeinsame Schreibgewohnheiten beobachten.

🇹🇷 Türkei

Das türkische Alphabet basiert auf dem lateinischen Alphabet. Da zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Systeme des Schreibunterrichts angewandt wurden, finden sich unterschiedliche Gewohnheiten wie:

  • aufrechte Grundschrift,
  • schräge verbundene Schreibschrift,
  • Kombination beider Stile

Diese Vielfalt bedeutet, dass bei einem Handschriftenvergleich in der Türkei kein einheitliches Standardschriftmodell vorausgesetzt werden kann.

🇫🇷 Frankreich

In Frankreich ist der Unterricht in verbundener Schreibschrift (Kursive) weit verbreitet. Daher sind in der Alltagsschrift vieler Menschen folgende Merkmale oft ausgeprägter:

  • Buchstabenverbindungen,
  • flüssiges Schreiben,
  • durchgehende Stiftführung

– sie treten deutlicher hervor.

🇩🇪 Deutschland

In Deutschland wurden im Laufe der Jahre unterschiedliche Systeme des Schreibunterrichts angewandt. Je nach in der Schule gelehrter Schrift finden sich nebeneinander:

  • verbundene Schriften,
  • vereinfachte Handschriften,
  • druckschriftnahe Stile

im Alltag.

🇺🇸 Vereinigte Staaten

In den USA hat sich in den letzten Jahren an vielen Schulen der Unterricht in Druckschrift (Print) stärker durchgesetzt. Daher sind vor allem bei jüngeren Menschen häufig zu beobachten:

  • Verwendung von Druckbuchstaben,
  • weniger verbundene Schriften,
  • persönliche Stilunterschiede

Dies ist auch lehrreich, um zu verstehen, warum sich Handschriften voneinander unterscheiden.

🇯🇵 Japan

Das japanische Schriftsystem besteht aus drei verschiedenen Schriften:

  • Kanji,
  • Hiragana,
  • Katakana

Dadurch unterscheiden sich Schreibbewegungen und Zeichenbildung deutlich von anderen Alphabeten.

Schauen Sie vor den Buchstaben auf die Ziffern
Bei Ziffern haben unterschiedliche Schreibgewohnheiten die konkretesten Folgen für ein Dokument
7
Durchgestrichene Sieben
In der Türkei und in Kontinentaleuropa verbreitet; in Schriften aus den USA und Großbritannien meist ohne Querstrich. Dieser Strich kann für eine nachträgliche Manipulation des Dokuments gehalten werden.
1
Anstrich von oben
In der europäischen Schreibgewohnheit wird die Ziffer „1“ mit einem deutlichen Anstrich geschrieben und kann mit der „7“ verwechselt werden. In der US-amerikanischen Gewohnheit ist sie meist ein einfacher senkrechter Strich. Beim Lesen von Beträgen kann diese Unterscheidung entscheidend sein.
, .
Dezimal- und Tausendertrennzeichen funktionieren umgekehrt
Ein Betrag, der in der Türkei als 1.500,00 geschrieben wird, erscheint nach US-amerikanischer Gewohnheit als 1,500.00. Bei einem Dokument ausländischer Herkunft kann dieser Unterschied dazu führen, dass der Betrag um den Faktor tausend falsch gelesen wird.
TT
MM
Datumsreihenfolge
In der Türkei gilt Tag.Monat.Jahr, in den USA Monat/Tag/Jahr. Die Schreibweise 03/04/2026 bedeutet in einem Dokument den 3. April, in einem anderen den 4. März. Bei Streitigkeiten über Fälligkeit und Verjährung kann diese Unterscheidung allein ausschlaggebend sein.
Worauf zu achten ist

Für ungeübte Leser können diese Unterschiede den Eindruck einer Manipulation erwecken. Ob ein Strich über einer Ziffer eine Schreibgewohnheit oder eine nachträgliche Ergänzung ist, lässt sich nur mit Methoden der Manipulationsuntersuchung klären. Insbesondere bei Schuldscheinen (senet), Schecks und Verträgen werden die Tintenreihenfolge und die Strichkontinuität gesondert bewertet.

Wie werden diese Informationen in der forensischen Urkundenuntersuchung genutzt?

Sachverständige stützen ihre Bewertung bei der Urkundenuntersuchung nicht allein darauf, welchem Land eine Schrift ähnelt. Maßgeblich für die Untersuchung sind:

  • Buchstabenbildungen,
  • Strichcharakter,
  • Bewegungskontinuität,
  • natürliche Variationen,
  • Schreibrhythmus,
  • charakteristische Gewohnheiten,
  • individuelle Schreibmerkmale.

Der Schreibunterricht, den eine Person erhalten hat, und das kulturelle Umfeld, in dem sie aufgewachsen ist, können jedoch zu den unterstützenden Informationen gehören, die helfen, den allgemeinen Charakter der Schrift zu verstehen. Alle diese Elemente werden mithilfe der bei der Untersuchung eingesetzten Geräte und in einer festgelegten Reihenfolge bewertet; derselbe Ansatz gilt auch für die Unterschriftenprüfung.

Infografik zu Handschriftmerkmalen nach Ländern: Vergleich von Schriftproben aus der Türkei, Frankreich, Deutschland, den USA und Japan
Handschriftmerkmale nach Ländern: Einfluss von Schreibunterricht, Alphabet und kulturellen Gewohnheiten auf die Schrift. Zum Vergrößern auf die Grafik klicken. Erstellt von: Rota Kriminal
Welche Fragen stellt der Sachverständige in welcher Reihenfolge?
Die Bewertung erfolgt nicht auf einen Blick, sondern in aufeinander aufbauenden Prüfschritten
1
Ist die Schrift natürlich?
Zuerst wird geprüft, ob die Schrift in einem freien, automatischen Fluss oder zögernd, gleichsam gezeichnet entstanden ist. Zögerungspausen, Zittern und Nachbesserungen werden in diesem Schritt mit optischen Geräten festgestellt.
2
Reicht das Vergleichsmaterial aus?
Benötigt werden gleichartige Proben in ausreichender Zahl und möglichst aus zeitlicher Nähe. Ein Vergleich mit ungeeigneten Vergleichsschriften wird schon vor dem Ergebnis selbst angreifbar.
3
Stimmt das allgemeine Schriftmodell überein?
Hier kommt das durch den Unterricht erworbene Grundmodell ins Spiel. Dieser Schritt allein belegt keine Identität; er ist lediglich eine Vorauswahl, die die Richtung der Untersuchung bestimmt.
4
Wiederholen sich personenspezifische Merkmale?
Dies ist der eigentliche Schritt, in dem sich die Schlussfolgerung bildet. Anfangs- und Endformen, Verbindungsstellen, Druckverteilung und die Proportionen zwischen den Buchstaben werden wie bei der Unterschriftenprüfung einzeln verglichen.
5
Liegen die Abweichungen innerhalb der natürlichen Variationsbreite?
Niemand schreibt dasselbe Wort zweimal völlig gleich. Ob eine festgestellte Abweichung innerhalb oder außerhalb der eigenen Variationsbreite der Person liegt, wird gesondert bewertet.

Die Schlussfolgerung beruht nicht auf einem einzelnen Merkmal, sondern darauf, dass sich diese Schritte gegenseitig stützen. Kann einer der Schritte nicht ordnungsgemäß abgeschlossen werden, kann der Sachverständige auch zu dem Ergebnis „keine Schlussfolgerung möglich“ kommen. Auch das ist ein wissenschaftliches Ergebnis.

Lässt sich die Nationalität eines Menschen an seiner Handschrift erkennen?

Nein.

Allein anhand der Handschrift lässt sich wissenschaftlich nicht sagen, welche Staatsangehörigkeit oder Nationalität ein Mensch hat.

Ausgehend von Alphabet, Bildungssystem und Schreibgewohnheiten können jedoch technische Einschätzungen dazu vorgenommen werden, ob die Person einen bestimmten Schreibunterricht erhalten haben könnte.

Diese Einschätzungen werden niemals allein zur Identifizierung verwendet. Weitere häufig gestellte Fragen finden Sie auf der Seite Häufige Fragen, Informationen zum Umfang der Untersuchung auf der Seite Handschriftenvergleich.

Was die Handschrift verrät – und was nicht
Wo die wissenschaftliche Grenze beginnt und endet, bestimmt die Verlässlichkeit des Gutachtens
Technisch bewertbar
✓
Ob die Schrift auf einer verbundenen oder unverbundenen Grundschrift beruht
✓
Bewegungsspuren, die auf Vertrautheit mit einem nicht lateinischen Schriftsystem hindeuten
✓
Ob die Schrift mit automatisierter Bewegung oder mühsam entstanden ist
✓
Ob die Schrift mit einem bestimmten Lehrmodell übereinstimmt
Wissenschaftlich nicht feststellbar
✕
Staatsangehörigkeit, Nationalität oder ethnische Herkunft der Person
✕
In welchem Land sie geboren wurde oder lebt
✕
Sichere Bestimmung von Identitätsdaten wie Alter und Geschlecht
✕
Identifizierung allein anhand der Schrift

Die Befunde auf der linken Seite sind unterstützende Informationen, die der Untersuchung die Richtung geben; sie sind nicht die Grundlage des Ergebnisses. Diese Unterscheidung wird im dem Gericht vorgelegten Gutachten ausdrücklich festgehalten und gehört zu den Faktoren, die seinen wissenschaftlichen Wert bestimmen.

In Europa erarbeitet die ENFSI-Arbeitsgruppe für Urkundenuntersuchung (EDEWG) Kriterien für die Formulierung von Schlussfolgerungen und Grundsätze der Qualitätssicherung in der forensischen Urkundenuntersuchung.

Entscheidend ist nicht das Land, sondern die Person

Obwohl die Handschrift individuelle charakteristische Merkmale aufweist, wird sie auch von Bildungssystem, Alphabet und kulturellen Schreibgewohnheiten beeinflusst. Deshalb lassen sich in den Schriften von Menschen, die im selben Land zur Schule gegangen sind, einige gemeinsame Tendenzen beobachten.

Für die forensische Urkundenuntersuchung ist jedoch nicht entscheidend, welchem Land eine Schrift ähnelt, sondern dass die personenspezifischen, wiederkehrenden und natürlichen Merkmale mit wissenschaftlichen Methoden herausgearbeitet werden.

Deshalb betrachten Sachverständige allgemeine Schreibgewohnheiten bei Urkundenuntersuchungen als Hilfsinformation, stützen ihre Ergebnisse aber stets auf individuelle Schriftmerkmale und technische Befunde. Lesen Sie auch, wem diese Untersuchungen helfen können.

Dieser Ansatz ist auch international in Standards festgelegt. In den USA veröffentlichen der Unterausschuss für forensische Urkundenuntersuchung beim NIST und die SWGDOC Standards, die die Methoden für Handschriften- und Unterschriftenprüfungen festlegen.

“

Welchem Land eine Schrift ähnelt, sagt nicht, wer sie geschrieben hat. Die Identität offenbaren die Details, die ein Mensch jedes Mal unbewusst wiederholt.

Bildung und Kultur geben der Schrift ihren Rahmen; die individuellen Merkmale setzen ihre Unterschrift darunter. Die forensische Urkundenuntersuchung ist verlässlich, solange sie beides nicht verwechselt.

Ist die Handschrift auf Ihrem Dokument fragwürdig?

Vertrag, Schuldschein, Testament oder handschriftliche Erklärung … Von wem die Schrift stammt und ob sie nachträglich verändert wurde, lässt sich mit wissenschaftlichen Methoden klären. Kontaktieren Sie uns für Ihre Gutachtenanfrage.

Rota Kriminal  ·  Bülent Aydoğmuş  ·  Schrift- und Urkundensachverständiger
Istanbul  ·  Ankara  ·  Adana   |   info@rotakriminal.com  ·  Seit 1999

Häufige Fragen

Haben Länder eigene, typische Handschriftmerkmale?

In der forensischen Urkundenuntersuchung gibt es kein festes Konzept einer Landesschrift. Aufgrund des in der Grundschule angewandten Schreibunterrichts, des Alphabets und kultureller Schreibgewohnheiten lassen sich jedoch in den Schriften von Menschen, die im selben Land zur Schule gegangen sind, einige gemeinsame Tendenzen beobachten. Diese Tendenzen sind keine Identitätsmerkmale, sondern unterstützende Informationen.

Wie beeinflusst das in der Grundschule gelehrte Schriftsystem die Handschrift?

Die Grundlagen der Handschrift werden in den Grundschuljahren gelegt. In dieser Zeit wird gelernt, wie Buchstaben gebildet werden, wo sie beginnen und wie sie verbunden werden. Da in der Türkei zu verschiedenen Zeiten die aufrechte Grundschrift und die schräge verbundene Schreibschrift gelehrt wurden, können in den Schriften von Menschen unterschiedlicher Altersgruppen deutliche, unterrichtsbedingte Unterschiede auftreten.

Gelten Schreibgewohnheiten in der forensischen Urkundenuntersuchung als Beweis?

Allgemeine, durch den Unterricht erworbene Schreibgewohnheiten haben für sich allein keinen Beweiswert. Maßgeblich für die Untersuchung sind Buchstabenbildungen, Strichcharakter, Bewegungskontinuität, natürliche Variationen, Schreibrhythmus und personenspezifische charakteristische Gewohnheiten. Die Schlussfolgerung beruht stets auf individuellen Schriftmerkmalen und technischen Befunden.

Warum sind Ziffern- und Datumsschreibweisen bei im Ausland ausgestellten Dokumenten wichtig?

Dezimal- und Tausendertrennzeichen sowie die Datumsreihenfolge unterscheiden sich von Land zu Land. Ein Betrag, der in der Türkei als 1.500,00 geschrieben wird, erscheint nach US-amerikanischer Gewohnheit als 1,500.00; das Datum 03/04/2026 bedeutet in einem System den 3. April, in einem anderen den 4. März. Zudem können Schreibgewohnheiten wie die durchgestrichene Sieben bei ungeübten Lesern den Eindruck einer Manipulation erwecken.